Jan Dismas Zelenka, Lebenslauf




Jan Dismas Zelenka wird am 16.10.1679 in Lounovice pod Blanikem geboren. (Getauft wird er auf den Namen Jan Lukas; im Taufregister: Johann Lukas Ignatius. Wahrscheinlich erhielt er bei der Firmung den Namen Dismas.)

Grundlegende musikalische Kenntnisse und Erfahrungen vermittelt ihm sein Vater, der als Organist tätig ist und den Alumnatschor der Stadt leitet.

Weitere Ausbildung erhält Zelenka an einem der Jesiutencollegien in Prag.

Die erste Anstellung erfolgt im Jahre 1709 als Mitglied der Kapelle des Grafen Ludwig Joseph von Hartig; außerdem wird Zelenka Chorregent am Collegium Clementium, das die Jesuiten leiten.

Ab 1710 wirkt Zelenka als Kontrabassist in der Kapelle von August dem Starken am Dresdener Hof.

1715 erhält Zelenka neben anderen Musikern ein Reisestipendium von August dem Starken: Studienreisen führen Zelenka nach Wien, wo er Kontrapunkt-Unterricht bei Johann Joseph Fux (1660-1741) nimmt. Dort lernt Zelenka auch Johann Joachim Quantz (1697-1773) kennen, der sein Schüler wird. Auf Anregung von Fux ("...damit er Alles machen kann, und nicht nur in meiner Maniera") unternimmt Zelenka Studienreisen zu Antonio Lotti (1667-1740) nach Venedig und zu Alessandro Scarlatti (1660-1725) und Francesco Feo (etwa 1699-1752), den Repräsentanten der Neapolitanischen Oper. In diesen Jahren trägt Zelenka auch die später berühmte Sammlung "Collecta neorum Musicorum libri IV de diversis Authoribus" zusammen. (Sie wird im zweiten Weltkrieg vernichtet.)

1721 wird Zelenka wegen "kompositorischer Verdienste" zum Vizekapellmeister der Kirchenmusik ernannt. Als Vertreter des Hofkapellmeisters Johann David Heinichen (1683-1729) leitet Zelenka die gesammte Kirchenmusik und komponiert auch die meisten kirchenmusikalischen Werke.

1723 erlebt Zelenka die Kaiserkrönung Karls VI. in Prag: er spielt bei der Aufführung der Huldigungsoper seines Lehrers Fux im Orchester mit und komponiert die meisten seiner (erhaltenen) Orchesterwerke.

1728 Ernennung zum "Kirchenmusik Director"

1735 Ernennung zum "Kirchen Compositeur"

1745 stirbt Zelenka "in Herrn Täschnermeister Fladens Hause in der kleinen Brüddergasse unverheiratet tags vor Heiligabend".